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Die elsässische Sage

Published by Edelsasz under , on 04:34

"Das muss das land der Sage sein
"Am Wasgau und am Rhein !"
Es klingt herab die Felsenwand,
Die Welle trägt's zum Strand.

Im Uferschilfe lispelt leis
Manch alte Liedesweif';
Es läuten von der Bergkapell
Legenden rein und hell.

Und tief im Schlossgemäuer lauscht
Der Geist wenn's oben rauscht,
Hat sich dem Sarge still entrückt,
Das Schwert zu Hand gezückt.

Auf, Sage, denn ! im Abendduft
Geh' zu der Helden Gruft,
Zu Flur und Wald, zu Berg und Thal,
Weck' Leben allzumal !

Sing' wo ein Wanderbursche frisch
Raft hält im Waldgebüsch !
Sing' wo im Fischerkahn gewiegt
Ein Knab' vorüberfliegt !

Sing' wo verschlungen steht ein Paar,
Sich blickt in's Auge klar !
Sing' wo an kühler Quellenfluth
Ein kecker Jäger ruht !

Wo Mägdlein drehn die Spindel sein,
Spinn' goldne Fäden drein !
Und wo im Stillen weint ein Herz,
Nimm tröstend ihm den Schmerz !

So geh' durch's Land, ein Wunderknab',
Mit reicher Dichterhab',
Und sing' durch jeden trauten Ort
In hellen Tönen fort.

"Das muss das Land der Sage sein
"Am Wasgau und am Rhein !"
Es klingt herab die Felsenwand,
Die Welle trägt's zum Strand.

August Stöber

Den Namen Elsass bekam das Land im stebeuten Jahrhundert von seinen Einwohnern, die den Namen Elisazari erhalten hatten. Nach der angenommenen Erklärung heisst dieses Wort Bewohner des Illgebietes (Ill, Ell, Alsace und Sassen). Vielleicht wäre es auch in Eli-Sazari zu trennen, in welchen Fall es dann Landsassen von allerlei Herkunft bedeuten würde. S. Strobel, Vaterländische Geschichte des Elsasses, Th. 1, S. 9.

Vogesus

Published by Edelsasz under , on 03:30

Riese mit der Eichenkrone,
Mit der Tannen dunkelm Kranz,
Blick in deinem Götterglanz
Huldvoll von dem Wolkenthrone !
Lass' in heil'gen Felsenhallen
Deines Sängers Lied erschallen,
Vogesus !

Gleich den ernsten Runensteinen
Spricht das graubemooste Maal,
In der Dämm'rung bleichen Strahl,
Still hervor aus deinen Hainen;
Dich belebt die fromme Sage,
Eine Welt erloschner Tage
Hüllest du.

In des Thales niedern Fluren
Wogt umher der Menschen Thun,
Die nicht rasten, die nicht ruh'n;
Zu der Dichtung gold'nen Spuren
Führest du durch Schauerklüfte
Durch des Abgrunds öde Grüfte
Still dahin.

In den goldumsäumten Lüften
Schlägt verjüngt das wunde Herz;
Leise schwinden Gram und Schmerz
Von den waldumkränzten Triften;
Friedensengel segnend schweben,
Wo sich deine Berge heben,
Vogesus !

Blaue Glöcklein blüh'n im Moose,
Gelbe Blüthen an dem Strauch;
Labend weht der Freiheit Hauch !
Aus geheimnissvollem Schoose
Wiegt sich in krystall'ner Helle
Deiner Bächlein Silberquelle
Froh dahin.

Und der Heerden laut Getümmel
Tönet in der Vögel Chor;
Von den Felsen schwingt empor
Sich der Adler zu dem Himmel,
Badet sich in Sonnengluthen,
Grüsst dich aus den Aetherfluthen
Kühn herab.

Und ein seliges Beginnen
Reget sich in dem Gemüth
Das von süsser Ahnung glüht;
Auf der Höhe Purpurzinnen;
Deiner Berge Felsenkette
Wölbet sich zur Tempelstätte
Ringsumher.

Und die gold'nen Sterne neigen
Sich um deinen Scheitel hin;
Mondumglänzte Nebel zieh'n
Wie ein frommer Geisterreigen;
Wie verklärt glüh'n deine Wiesen,
Berg der Väter, sei gepriesen,
Vogesus !

Ehrenfried Stöber.

http://www.celtnet.org.uk/gods_v/vosegus.html

Wasgau, Vogesen, Wassichin (das Auerochsengebirge), das Gebirge von dessen östlichen Rücken, das Elsass sich hinzieht bis zu den Ufern des Rheins. Im sechszhnten Jahrhunderte stand noch in Bergzabern ein römischer Altar mit der Inschrift: Vosego

Das Rheintal

Published by Edelsasz under , on 03:16

Stoss an, mein Freund, das Rheinthal das soll leben !
Vor langen, langen Zeiten war's ein See,
Das ganze Rheinthal war ein See, Juhe !
Und heute wächst so guter Rheinwein da !
So guter Rheinwein da, Viktoria !
Stoss an, mein Freund, das Rheinthal das soll leben !
Hoch!

Vor langen Zeiten war's ein wüstes Meer.
O Barbarei ! Nur Fische kreuz und quer !
Und heute sind so schöne Mägdlein da !
So schöne Mägdlein da, Viktoria !
Stoss an, mein Freund, das Rheinthal das soll leben !
Hoch!

Nur dumme stumme Fische, lieber Gott !
So dumme stumme Fische ! welcshe Roth !
Und nun so herrlich Singen ! Trallarah !
So herrlich Singen ! Hei ! Viktoria !
Stoss an, mein Freund, das Rheinthal das soll leben !
Hoch!

Ihr hohen Münster ! Und ihr Schlösslein, ihr !
Du städtereiches, schönes Luftrevier !...
Bei Bingen brach es durch, bei Bingen, ja !
Soll leben Bingen, hoch ! Viktoria !
Stoss an, mein Freund, das Rheinthal das soll leben !
Hoch!

Karl Candidus.

(Siehe auch die Sagen von Tännchel und dem Bastberg bei Buchsweiler)

Die Sage, dass das Rheintal von Basel bis nach Bingen, zwischen der Vogesenwand und dem Schwarzwald, vor uralter Zeit ein unermesslicher See gewesen, ist beinahe allgemein anerkannt und sehr verbreitet. Der Poeste ist sie willkommen und die Geologie gibt dem Glauben Winke und Beweise aller Art. Besonders eingewurzelt ist dieselbe zu Rappoltsweiler für die grosse Tännchel oder Tännichelmauer, zu Guebersweiher und Pfaffenheim, wo eine grosse Felsenkette sich starr hin bis zum Wallfahrtsort Schauenberg erstreckt; auch der Männelstein auf dem Odilienberg wird hier in Betracht gezogen. Da haben überall alte Leute von ihren Altvätern, und diese von den ihrigen, die Kunde von starken Eisenringen vernommen, die in die Felsen eingekittet waren und die man noch gesehn haben will: Ringe, an welchen einst die Schifftaue befestigt wurden. Der ehrwürdige, in Kolmar verstorbene Vater Metzger, Mitglied des Ober-Consistoriums aufsburgischer Confession, besass einen Untersuchungsaft wo die Sache auf eine ganz gerichtliche Weise verhandelt wurde; Zeugen wurden abgehört, die bestätigten entweder die Ringe selbst gesehn, oder davon gehört zu haben. - Siehe Statistique générale du Haut-Rgin, par A. penot. Mulh. 1831, p. 406 - Erwinia, zweite Jahrgang, S. 372.
 

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